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Effizientes Gebäudemanagement an der Havel

Die brandenburgische Stadt Werder (Havel) forciert die Sanierung öffentlicher Gebäude und ihre Klimaschutzbemühungen.

Im Rathaus von Werder (Havel) setzt man jetzt auf zentrales Liegenschafts- und Gebäudemanagement. Bild: Stadt Werder (Havel)

Kommunen wollen bei der Energiewende Vorbilder sein – doch dafür brauchen sie ein wirksames Gebäude- und Energiemanagement, das es vielfach noch nicht gibt. Die Blütenstadt Werder (Havel) setzt auf ein Liegenschafts- und Gebäudemanagement, das es auch möglich macht, energetische Verbesserungen an öffentlichen Gebäuden wirkungsvoller voranzubringen. Wichtige Erkenntnisse dazu gewann die Stadt im Rahmen ihrer Teilnahme an dem von EMB koordinierten kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk (KEEN).

„Wir haben vor eineinhalb Jahren mit dem Aufbau eines zentralen Verwaltungs- und Bewirtschaftungssystems für unsere öffentlichen Gebäude begonnen“, berichtet Cathleen Schönbrunn, studierte Bauingenieurin und kommissarische Leiterin des neuen Fachbereichs Liegenschafts- und Gebäudemanagement im Rathaus der Stadt. Bisher war die Gebäudebewirtschaftung nicht zentral organisiert.

Digitalisierung der Gebäudedaten als erster Schritt

„Ein halbes Jahr lang waren wir damit beschäftigt, ausschließlich auf Papier vorhandene Unterlagen zu digitalisieren“, blickt Schönbrunn auf den Start zurück. Alle rund 80 öffentlichen Gebäude mussten in digitaler Form aufgenommen werden. Hilfreich dabei war neue Software, beispielsweise das Programm Archikart, das eine gute Visualisierung des Gebäude- und Liegenschaftsmanagements ermögliche, wie Schönbrunn erläutert.

Zum städtischen Bestand in Werder (Havel) zählen unterschiedlichste Gebäude wie Rathaus, Verwaltungsbauten, Bürgerhäuser, Kitas, Schulen und Sporthallen aber auch soziale oder touristische Einrichtungen, wie das Obstbaumuseum und die Mühle. „Wir sehen uns als Serviceeinheit, die all diese Gebäude betriebsbereit zur Verfügung stellt“, umreißt die Bauingenieurin die künftigen Aufgaben.

Parallel zur Digitalisierung begann der personelle Aufbau. Zwei Fachkräfte werden sich künftig um das technische Gebäudemanagement kümmern. Ihre erste Aufgabe sei gewesen, ein zentrales System für Störungsmeldungen aufzubauen, so Schönbrunn. Zwei weitere Fachkräfte für Gebäudebewirtschaftung müssen noch eingestellt werden. Zum Team gehören zudem zwei Mitarbeiter für Planung und Bau.

Eine Vollzeitstelle im neuen Fachbereich ist für eine Fachkraft ausgeschrieben, die sich um Energiebelange kümmert. „Wir wollen dafür einen Energieberater oder eine Energieberaterin mit entsprechender Ausbildung engagieren“, erklärt Schönbrunn. Zum Aufgabenbereich gehört die Betreuung der etwa 40 Energieerzeuger in den städtischen Gebäuden. Die meisten davon sind normale Heizungen, aber auch eine KWK-Anlage in der Havel-Therme gehört dazu.

Energetische Sanierungen und Photovoltaikanlagen auf Dächern

„Obwohl für die energetische Sanierung schon einiges passiert ist, haben wir aus der Netzwerkarbeit bei KEEN mitgenommen, dass hier immer noch große Potenziale bestehen“, umschreibt Schönbrunn anstehende Aufgaben. Weitere öffentliche Gebäude und Heizungen müssen in den nächsten Jahren modernisiert werden. „Jetzt geht es darum, weitere Mittel in die Haushaltsplanungen für 2022 einzustellen“, so Schönbrunn.

Die Stadt habe sich ferner zum Ziel gesetzt, künftig auf geeigneten Dächern öffentlicher Gebäude Photovoltaikanlagen zu installieren. Kleinere Solaranlagen auf einem Feuerwehrdepot und auf dem Ernst-Haeckel-Gymnasium produzieren bereits Strom. Eine Solarthermieanlage erzeugt Warmwasser für die Turnhalle des Gymnasiums.

Eine Solarstromanlage für den Erweiterungsbau des städtischen Gymnasiums ist in Planung. Wichtig dabei sei, den PV-Strom zu einem möglichst hohen Anteil selbst zu verbrauchen, unterstreicht Schönbrunn. „Unser Ziel ist, politische Vorgaben zu erfüllen und im optimalen Fall sogar ein bisschen besser zu sein“, legt sie die Messlatte für das künftige Energiemanagement schon einmal recht hoch.

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