Energiewende: Sonne sammeln

Dezentrale Speichermedien gelten als Schlüssel zur Energiewende – gerade für private Haushalte. Rico Rückstadt, Geschäftsführer der Energieinsel GmbH, erklärt, wie die Selbstversorgung zu 100 Prozent gelingt

CO2-freie Energie vom Dach. Foto: Energieinsel GmbH

Herr Rückstadt, ein Haus im Batteriebetrieb – das klingt mehr nach Spielzeug als nach einer echten Alternative …
Oh, doch, das ist es aber! Es handelt sich dabei ja nicht um einen Speicher, der konventionell erzeugten Strom nutzt, wie das zum Beispiel beim Handy meist der Fall ist. Der Strom für unsere Sonnenbatterie stammt aus Eigenproduktion und ist somit nachhaltig. Und natürlich auch sehr günstig.

Und wieso brauche ich überhaupt einen Speicher?
Ganz einfach deshalb, weil die Sonne nur tagsüber scheint. Und damit gerade dann nicht, wenn der durchschnittliche Haushalt am meisten Strom verbraucht – in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Bislang wurde deshalb der Großteil des Stroms aus privaten Solaranlagen in das öffentliche Netz eingespeist.
Das ist heute aber nicht mehr rentabel, da die Einspeisevergütung drastisch zurückgefahren wurde. Heute müssen Sie drei Kilowattstunden Strom erzeugen, um sich eine vom Energieversorger leisten zu können. Das ergibt wirtschaftlich wenig Sinn. Und der Umwelt ist damit auch nicht geholfen.

Wie geht es besser?
Das habe ich mich 2012 auch gefragt, als die Einspeisevergütung mit einem Mal drastisch gekürzt wurde. Schließlich erkannte ich, dass es ohnehin besser für die Umwelt und den Geldbeutel ist, den selbst erzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen und den Überschuss gering zu halten. Hierfür brauchte es einen leistungsfähigen Speicher, der die Energie zuverlässig vorhält, bis sie gebraucht wird. Daraus haben wir im Unternehmen ein System entwickelt, das 2019 mit dem Zukunftspreis des Landes Brandenburg gewürdigt wurde.

Aus welchen Komponenten besteht dieses System?
Um seinen Energiebedarf zu 100 Prozent selbst zu decken, benötigt man eine entsprechend dimensionierte Photovoltaikanlage und einen passenden Speicher. Auch die Anschaffung einer Wärmepumpe, mit der sich die eigenen vier Wände nachhaltig beheizen lassen, kann sinnvoll sein. Idealerweise bindet man noch ein E-Fahrzeug als Verbraucher ein, um den Überschuss gering zu halten. Aber auch der ist nicht verschwendet, weil eingespeister Strom weiterhin vergütet wird. In jedem Fall leistet man einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.

Das klingt nach Planungsbedarf …
Stimmt. Aber es geht hier ja auch um eine grundsätzliche Lebensentscheidung. Und wer die bewusst trifft, kann sich über ein System freuen, das sich schon nach etwa zehn Jahren amortisiert hat – und mindestens noch einmal genauso lange günstige, umweltschonende Energie liefert.

 

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EMB von hier 01/2020

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 01 / 2020 des Magazins "EMB von hier" erschienen.

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