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Hohen Neuendorf auf Klimakurs

Mit eigenem Klimaschutzkonzept und hauptamtlicher Klimaschutzbeauftragter bringt die Stadt Hohen Neuendorf die Energiewende auf kommunaler Ebene voran.

Bürgermeister Steffen Apelt setzt auch auf Elektromobilität<br/>Bild: Stadtverwaltung Hohen Neuendorf / Jennifer Thomas

„Klima- und Umweltschutz gehören zum Leitbild und in das Selbstbild unserer grünen Stadt an der Havel“, sagt Steffen Apelt (CDU), Bürgermeister von Hohen Neuendorf. „Wir meinen es ernst mit dem Klimaschutz und wollen etwas bewegen.“

 Systematischer Klimaschutz hat schon Tradition in der wachsenden 26.000-Einwohner-Stadt im Nordosten des EMB-Konzessionsgebietes am Rande Berlins. Bereits 2013 hat sich die Kommune ein integriertes kommunales Klimaschutzkonzept auferlegt, das neben der Analyse der Ausgangssituation, Szenarien, Ziele und Maßnahmen definiert. Hohen Neuendorf strebt an, den Endenergieverbrauch jährlich um 1,1 Prozent zu verringern sowie bis 2030 die Pro-Kopf-Emission an Treibhausgasen um 50 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 20 Prozent auszubauen. Anteilig die größten Verursacher der lokalen Treibhausgasemissionen sind private Haushalte und Mobilität.

Stadt will als Vorbild dienen

In der Stadtverwaltung dafür zuständig, dass es dabei vorangeht, ist Heiderose Ernst, seit 2017 Klimaschutzbeauftragte der Kommune. Ihre Aufgabe ist, Maßnahmen umzusetzen, Modellprojekte voranzubringen, Fördermittel zu beschaffen sowie Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen. „Wir stehen kurz vor der Zertifizierung nach dem European Energy Award, dem Qualitätsmanagementsystem für kommunalen Klimaschutz“, berichtet die diplomierte Architektin und Landschaftsplanerin. Zur Zertifizierung gehöre ein Maßnahmenplan für die nächsten vier Jahre, der künftig jährlich überprüft werden soll. „Schwerpunkte liegen auf einer stärkeren energetischen Ausrichtung der Bauleitplanung, der Errichtung von Klimaquartieren und der Förderung des Radverkehrs“, so Ernst.

Sichtbares Zeichen, dass der Klimaschutz in Hohen Neuendorf vorankommt, sind neben einer in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Zahl privater Photovoltaik- und Wärmepumpenanlagen sowie vier städtischen Ladesäulen für Elektroautos auch große Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden. Jüngstes Beispiel dafür: zwei kürzlich in Betrieb genommene Solarstromanlagen auf dem alten Rathaus (10 kW) und auf dem Erweiterungsbau mit Bürgerzentrum (30 kW). Kombiniert mit einem Batteriespeicher sollen sie jährlich etwa 37.000 Kilowattstunden grünen Strom für die Stadtverwaltung liefern.

Solarstrom für Rathaus, Stadthalle und Schulen

Zu den Vorzeigeprojekten zählen auch PV-Anlagen auf Schulen und Turnhallen, eine 2009 installierte Bürgersolaranlage auf der Stadthalle und Deutschlands erste Plusenergieschule, die bereits 2011 errichtet und für besondere Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurde. „In Hohen Neuendorf wachsen die Kinder selbstverständlich mit Klimaschutz auf und sind dabei die Lehrer ihrer Eltern“, bilanziert Steffen Apelt. Künftig soll jedes öffentliche Gebäude auf Eignung für PV- oder Solarthermieanlagen überprüft werden.

Als Erfolg bewertet die Stadt Hohen Neuendorf ihre Beteiligung an dem von EMB initiierten kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk (KEEN). „Wir schätzen die lokale Kompetenz und Verbundenheit der EMB mit den Kommunen in ihrem Versorgungsgebiet. Mit dem Netzwerk gelingt ein bedarfsorientierter Austausch und Kompetenzzuwachs durch Praxiswissen“, lobt der Bürgermeister. Auch Klimamanagerin Ernst hält es für sinnvoll, „durch die Netzwerkarbeit mitzubekommen, wo andernorts der Schuh drückt“. Wichtige Erkenntnis: „Nur wenige Kommunen betreiben aktives Energiemanagement für ihre Liegenschaften.“ Hohen Neuendorf habe sich im Rahmen des Netzwerks die Grundlagen dafür erarbeitet und könne so künftig energetische Sanierungen gezielter angehen. Ein weiterer Baustein für Klimaschutz in der grünen Stadt an der Havel.

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