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Kommunen starten Effizienzverbesserungen

Premiere in Brandenburg: Das erste von EMB initiierte kommunale Energieeffizienznetzwerk zeigt nach drei Jahren erste Erfolge bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen und Energiekosten.

Zehn Gemeinden in Brandenburg sind Teilnehmer des ersten kommunalen Energieeffizienz-Netzwerks (KEEN)

Städte und Gemeinden sind zunehmend als Akteure des Klimaschutzes gefragt. Auch bei der effizienteren Energienutzung, einem oft wenig beachteten Klimaschutzinstrument. „Das Potenzial für Effizienzverbesserungen in kommunalen Liegenschaften ist groß – begrenzende Elemente sind die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten“, fasst Jens Teich, Referent Kommunen bei der EMB Energie Mark Brandenburg, Erfahrungen aus dem ersten kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk (KEEN) in Brandenburg zusammen.

Zehn Städte und Gemeinden aus dem Konzessionsgebiet der EMB hatten sich Mitte 2017 dazu zusammengefunden. Die aus Bundesmitteln geförderte, von EMB mit 30.000 Euro kofinanzierte und durch das IEE Ingenieurbüro für Energieeinsparungen GmbH unterstützte Netzwerkarbeit startete mit einer Analyse der energetischen Ausgangssituation.

Einsparpotenziale in Schulen, Sporthallen und Kitas

In 420 Liegenschaften ergaben sich hohe rechnerische Einsparpotenziale an Strom und Wärme vor allem in Schulen, Sporthallen, Kitas und bei der Straßenbeleuchtung. Die Netzwerk-Kommunen nahmen sich vor, bis Ende 2020 den Energieverbrauch um 2,5 Millionen Kilowattstunden und den CO2-Ausstoß um 677 Tonnen pro Jahr zu reduzieren.

Fazit der Ende November abgeschlossenen Netzwerkarbeit: „Alle Kommunen haben jetzt einen Überblick über den energetischen Zustand ihrer Liegenschaften und wissen, welche die schwarzen Schafe in ihrem Bestand sind”, resümiert Teich, der als Netzwerkmanager fungierte.
Bereits bis Ende 2019 war der Energieverbrauch durch geringinvestive Maßnahmen wie neue Heizungspumpen, Steuerungskorrekturen oder LED-Leuchten für Straßenlaternen um 610.000 Kilowattstunden, der CO2-Ausstoß um 181 Tonnen reduziert worden.

Wie viel bis Ende 2020 erreicht wird, könne erst im nächsten oder übernächsten Jahr bilanziert werden, erklärt Teich. Erst dann – nach mindestens einem vollen Abrechnungsjahr – sei nämlich exakt zu beziffern, was die überwiegend 2019 begonnenen Sanierungsarbeiten an Energieanlagen und Gebäuden bringen. Über Einsparungen hinaus hat das Netzwerk wichtige Erkenntnisse geliefert: „Wir mussten feststellen, dass nur etwa 30 Prozent aller energetisch relevanten Liegenschafts-, Flächen- und Baukörperdaten in digitaler Form vorlagen“, berichtet Teich. Energieeffizienteres Wirtschaften sei jedoch nur möglich, wenn Energiedaten jederzeit rasch auf Knopfdruck verfügbar seien.

Große Defizite beim digitalen Datenbestand

Pragmatische Konsequenz aus dem Defizit: Das beratende Ingenieurbüro entwickelte im Rahmen der Netzwerkarbeit ein einfaches Excel-Tool zur digitalen Erfassung und zum Controlling der Energieverbräuche in den Liegenschaften. Netzwerkmanager Teich ist der Auffassung, dass das Thema Energieeffizienz auch organisatorisch und politisch stärker in den Kommunen verankert werden sollte. „Es würde sehr helfen, wenn der Gesetzgeber Klimaschutz und Energieeffizienz zu Pflichtaufgaben einer Kommunalverwaltung machen würde.“

 Darüber hinaus müsse die personelle Ausstattung der Verwaltungen verbessert werden. „Städte und Gemeinden brauchen für die Arbeit in Energieeffizienz-Netzwerken die entsprechende Manpower“, fordert er. Nur eine einzige der am ersten EMB-Netzwerk beteiligen Kommunen – es ist Hohen Neuendorf – beschäftigt bislang eine fest angestellte Klimaschutzbeauftragte. „Das ist zu wenig“, stellt Teich klar.

Die KEEN-Erfahrungen sollen weiter genutzt werden: Die zehn Städte und Gemeinden wollen ihre Netzwerkarbeit informell fortsetzen. Und die EMB strickt, gemeinsam mit ihrem brandenburgischen Schwesterunternehmen SpreeGas, an einem zweiten kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk.

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