EMB Energie Mark Brandenburg GmbH

Pariser Klimaabkommen

Am vergangenen Wochenende ging die UN-Klimakonferenz von Paris mit dem Abschluss des ersten weltweiten Klimaschutzabkommens zu Ende. Das „Paris Agreement“ ist ein rechtlich bindender Vertrag der für alle Staaten weltweit gilt. Er verpflichtet diese dazu, nationale Klimaschutzziele zu definieren und entsprechende Maßnahmen auszuarbeiten und umzusetzen. Vereinbart wurde auch ein Rahmen zur Überprüfung der Fortschritte, um Transparenz hinsichtlich der Zielerreichung zu schaffen. Alle fünf Jahre werden zudem die Fortschritte auf weltweiter Ebene bewertet. Zudem sind alle Staaten verpflichtet, ihre Ziele im Fünfjahresrhythmus anzuheben. Für Entwicklungsländer sieht das Abkommen Finanzhilfen zur Umsetzung der Maßnahmen zum Klimaschutz, aber auch zur Anpassung vor. Bereits vor der Konferenz hatten 186 Staaten ihre nationalen Ziele bekanntgegeben.


Das Abkommen wurde einhellig als ein historischer Erfolg der Klimapolitik bewertet. Möglich geworden war dies, weil es für große, im Wettbewerb stehende Staaten, besonders die USA und China, eine vergleichbare Geschwindigkeit der Maßnahmen erlaubt. Um das 2°C-Ziel zu erreichen, genügen die vorgelegten Ziele nicht. Die vorgesehenen Zielanhebungen lassen aber Kurskorrekturen erwarten. Erstmals ist dies mit Wirksamkeit ab 2025 der Fall, was auch auf den EU-Emissionshandel in der 4. Handelsperiode Auswirkungen haben könnte.


Auch aus Sicht der CO2-Märkte ist das Pariser Abkommen ein stärkendes Signal. Denn es sieht erlaubt die internationale Kooperation, wodurch Marktmechanismen, aber auch dem Linking von Emissionshandelssystemen künftig eine wichtige Rolle zufallen könnte. Die Ausgestaltung dieser Optionen ist allerdings den Jahren bis 2020 vorbehalten. Dann tritt das neue Abkommen in Kraft. 

 

CO2-Marktentwicklung

Im Zuge zunehmend fallender Preise am deutschen Strommarkt (12-Monats-Tief) sank auch der EUA-Preis im September von zuvor im August erreichten 8,37 Euro/t (Schlusskurs, 20.08.2015) auf ein 2-Monats-Tief von 7,92 Euro/t (28.09.2015). Der in den folgenden Wochen erstarkte Clean-Dark-Spread führte respektive zu einer Fortführung des EUA-Preisanstieges mit dem seit knapp drei Jahren höchsten Schlusskurs von 8,68 Euro/t (28.10.2015). Seither verlor der EUA-Preis wieder leicht an Boden, um sich nun zum Jahresende hin auf einem Niveau von 8,50 Euro/t einzupendeln. Die langfristig positive Grundtendenz ist weiterhin auf politische Entscheidungen (Marktstabilitätsreserve und  Backloading) zurückzuführen. Auch wenn die MSR erst 2019 in Kraft treten wird, führen die für die Zukunft antizipierte höhere Preisniveau zu einem zurückhaltenden Verhalten von Marktakteuren mit Überschüssen und zu einem Kaufsignal für Investoren und Spekulanten. Der damit entstehende Nachfrageüberhang stützt den Preis fortgehend. Schlusskurs am 04.12.2015 war 8,52 Euro/t.
 
Der CER-Preis bewegt sich seit Anfang September im Bereich von 0,49 Euro/t (30.09.2015) und 0,67 Euro/t (18.11.2015). Der aktuelle Schlusskurs vom 04.12.2015 lag bei 0,59 Euro/t.

Alle im Text genannten Preisangaben beziehen sich (sofern nicht anders angegeben) auf Schlusskurse mit Liefertermin Dezember 2015.

Quellen: ICE, FutureCamp
 
 

Intelligente Messsysteme: Neuer Gesetzesentwurf

Durch die dritte Binnenmarktrichtlinie Strom und Gas der EU sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, bis 2020 80% aller Verbraucher mit intelligenten Messsystemen auszurüsten. Um dieses Ziel zu erreichen wurde am 4. November 2015 der Gesetzesentwurf zur „Digitalisierung der Energiewende“ vom Bundeskabinett beschlossen.
 
Ausgestattet werden sollen demnach Verbraucher ab einem Jahresstromverbrauch von 6.000 Kilowattstunden sowie Erzeuger dezentraler Erzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplung Gesetz (KWKG) ab 7 kW installierter Leistung.
 
Ab 2017 soll auch für Verbraucher ab 10.000 kWh Jahresstromverbrauch und Erzeuger zwischen 7 und 100 kW installierter Leistung mit dem Einbau intelligenter Messsysteme begonnen werden, die aus einem digitalen Stromzähler und einem Smart Meter Gateway bestehen. Andere Verbraucher und Erzeuger werden erst ab 2020 zum Einbau verpflichtet.
 
Die Kosten für die Umrüstung haben in der Regel, wie schon jetzt für Stromzähler, die jeweiligen Verbraucher oder Anlagenbetreiber zu tragen. Neu ist der Kostenschutz mit individuellen jährlichen Preisobergrenzen für Einbau und Betrieb. Unternehmen sollten sich deshalb frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen und auf die Anforderungen ab 2017 einstellen.
 
Quelle: BMWi
 
 

DEHSt-Leitfaden: Änderungen für die Emissionsüberwachung

Seit dem Spätsommer 2015 liegt ein revidierter Leitfaden für die Erstellung von Überwachungsplänen und Emissionsberichten bei stationären Anlagen vor. Die Änderungen korrigieren, erläutern oder ergänzen die Vorgaben, die bereits für die Emissionsberichterstattung im Rahmen des Emissionsberichts 2015 gelten.

Der Leitfaden vollzieht die seit April 2015 veränderte Rechtslage zur Sanktionierung von Anlagenbetreibern bei Verletzung der Abgabepflicht nach. So wird die DEHSt künftig bei einer nachträglichen Korrektur der durch die Prüfstelle bestätigten Emissionen (Stichtag: 30.04.) von einer Sanktionierung absehen. Die fehlenden Berechtigungen müssen aber nachträglich abgegeben werden.

Der Leitfaden ist zugleich an anderer Stelle klarer geworden. Dies betrifft die Weiterleitung von CO2 und den zu CO2 analogen Umgang mit N2O bei kontinuierlicher Emissionsmessung. Zudem erläutert der Leitfaden wann und wie ein Nachhaltigkeitsbeleg zum Einsatz von flüssigen Biobrennstoffen zu erbringen ist. Zum separaten Ausweis von N2O, PFC und CO2 im Unionsregister wird klargestellt, welche Daten hierfür aus dem Monitoringbericht zu übernehmen sind.
 
Neu im Berichtsjahr 2015 ist die Pflicht, die Lagerdichte bei der Unsicherheitsbestimmung mit zu berücksichtigen. Sie betrifft Lager für die eine Verbrauchserfassung über Bestandsänderung erfolgt und deren Kapazität über 5 Prozent des Jahresverbrauchs liegt. Der Leitfaden formuliert für den Überwachungsplan drei mögliche, unverbindliche Ansätze. Damit liegen den Anlagenbetreibern zur Verwendung vereinfachte Methoden vor (repräsentative Methode, Verwendung von Standardwerten oder maximal möglicher Unsicherheit).
 
Quellen: DEHSt-Leitfaden (https://www.dehst.de/SharedDocs/Downloads/DE/Emissionsberichterstattung/stationaer/2013/Emissionsbericht_Leitfaden.pdf?__blob=publicationFile)
 
 

Bundestag beschließt KWKG 2016

Die Neuregelung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) wurde am 3. Dezember vom Deutschen Bundestag beschlossen. Gegenüber dem von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf enthält das verabschiedete Gesetz noch eine Reihe an Änderungen. So bezieht sich das Ausbauziel nun auf einen Anteil der KWK an der Nettostromerzeugung in Höhe von 110 TWh 2020 und 120 TWh 2025. Beim Förderrahmen ist die Frist für die Dauerinbetriebnahme einer KWK-Anlage der 31.12.2022 (anstatt 2020). Diese soll Voraussetzung für die Förderung nach dem KWKG 2016 sein.
 
Auch die Förderfähigkeit für Anlagen zur Eigenversorgung wurde ausgedehnt und umfasst nun neu auch Anlagen, die KWK-Strom an Letztverbraucher in einer Kundenanlage oder einem geschlossenen Verteilnetz liefern, vorausgesetzt dass für diesen KWK-Strom die volle EEG-Umlage entrichtet wird. Die Zuschläge für diese Anlagen betragen 4 Ct/kWh bei einem Leistungsanteil  bis 50 kW; 3 ct/kWh bei einem Leistungsanteil  zwischen 50 und 100 kW; 2 ct/kWh bei einem Leistungsanteil  zwischen 100 und 250 kW; 1,5 ct/kWh bei einem Leistungsanteil  zwischen 250 kW und 2 MW; sowie 1 ct/kWh bei einem Leistungsanteil > 2 MW. Im Bundesrat soll am 18.12.2015 über das Gesetz abgestimmt werden.
 
Im Detail sind die Änderungen unter http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/069/1806910.pdf  nachzuvollziehen.

Quelle: Deutscher Bundestag
 
 
 


 
 Redaktion
FutureCamp Climate GmbH
Annette Gruß
 


 
Redaktion
FutureCamp Climate GmbH
Andreas Kohn
 
 

 

Ihr Ansprechpartner

Ralph SeefeldTelefon:0331 7495-383E-Mail: seefeld.ra@emb-gmbh.de