EMB Energie Mark Brandenburg GmbH

EMB infodienst 3 | 2015

CO2-Marktentwicklung

Seit Anfang Juli konnte der EUA-Preis, trotz zwischenzeitlicher Rückschläge, insgesamt um 8% zulegen und untermauert somit den anhaltend positiven Trend. Zwischenzeitliche Kursverluste bis zu einem Preis von 7,79 Euro/t (Schlusskurs, 07.08.2015) waren wohl auf insgesamt schlechte Konjunkturindikatoren sowie spekulative Gewinnmitnahmen nach Überschreiten der 8 Euro-Marke am 23. Juli zurückzuführen. Angesichts der im August reduzierten Auktionsmengen erholte sich der EUA-Preis jedoch schnell und erreichte am 20. August mit 8,37 Euro/t ein Niveau, das seit knapp 3 Jahren nicht erreicht wurde. Aktuell verzeichnen wir nach Rückkehr zu normalen Auktionsvolumina Anfang September sowie einem geringeren deutschen Clean-Dark-Spread (Marge von Kohlekraftwerken unter Berücksichtigung des
Strom-, Kohle- und EUA-Preises) einen leicht rückwärtigen Trend, der aus unserer Sicht jedoch temporär bleiben sollte. Schlusskurs am 04.09.2015 war 8,10 Euro/t.

Der CER-Preis scheint den positiven Trend des EUA-Preises nachzuzeichnen und konnte seit Anfang Juli um knapp 21% von 0,43 Euro/t (Schlusskurs, 01.07.2015) auf 0,52 Euro/t (Schlusskurs, 04.09.2015) zulegen. Gerade Anlagen-
betreiber mit noch offenen CER-Quoten sollten hier über einen relativ zeitnahen Zukauf nachdenken.
Alle im Text genannten Preisangaben beziehen sich (sofern nicht anders angegeben) auf Schlusskurse mit Liefertermin Dezember 2015.
 
Quellen: ICE, FutureCamp


Vorschlag der EU-Kommission für die 4. Handelsperiode

Die EU-Kommission hat am 15. Juli einen Vorschlag präsentiert, mit dem die Emissionshandels-Richtlinie für die 4. Handelsperiode von 2021 bis 2030 angepasst werden soll. Die Kernpunkte des Vorschlags sind:
 
  • Anhebung des linearen Reduktionsfaktors von jährlich 1,74% auf 2,2%, um das Minderungsziel im Emissionshandel von 43% im Jahr 2030 ggü. 2005 zu erreichen. Insgesamt (auch nicht-EH) sollen EU-weit bis 2030 minus 40% ggü. 1990 erreicht werden.
  • Der Carbon Leakage-Status wird künftig anders ermittelt. Neben der Handelsintensität wird die Emissionsintensität (Emissionen je Bruttowertschöpfung) berücksichtigt.
  • Die kostenlose Zuteilung wird fortgeführt und ermittelt sich weiterhin aus Produktion, Benchmark, Carbon Leakage-Faktor und (ggf.) Korrekturfaktor.
  • Der Carbon Leakage-Faktor beträgt 1 (oder 100%) für Sektoren, die als Carbon Leakage-gefährdet eingestuft sind. Für alle anderen Sektoren gilt ohne weitere Absenkung der Faktor 0,3 (bzw. 30%).
  • Die gültigen Benchmarks werden beibehalten, jedoch ab 2007/08 abgesenkt und zwar um 1% jährlich. Sofern die reale Entwicklung der spezifischen Emissionen unter 0,5% p.a. lag, werden die Benchmarks nur um 0,5% p.a. abgesenkt, nach oben gilt analog die Schwelle von 1,5% p.a.
  • Bei „signifikanten Produktionsänderungen“ soll die Zuteilung künftig sowohl nach oben wie auch nach unten angepasst werden. Die Schwellenwerte hierfür sind noch nicht definiert.
    Der Vorschlag liefert ein klares Bild von den Vorstellungen der EU-Kommission. Dennoch bleiben zahlreiche Fragen offen, die im weiteren Gang der Verhandlungen zu klären sind. 
Quelle: Europäische Kommission
 
 

Operative Auswirkungen des KOM-Vorschlags für Anlagenbetreiber

Aus operativer Sicht hat der Vorschlag der Kommission folgende Auswirkungen für Anlagenbetreiber:
Für die Handelsperiode 2021-2030 wird es zwei relevante Basiszeiträume geben:
 
  • 2013-2017
  • 2018-2022
Zur Ermittlung der Daten sind zwei Datenerhebungen vorgesehen für die Jahre 2018 und 2023. Da sich die Zuteilungs-
regeln von der Systematik an denen der laufenden Handelsperiode orientieren, werden die abgefragten Daten ver-
gleichbar sein mit denen, die für die Zuteilung in der laufenden Handelsperiode benötigt wurden. Der Richtlinienentwurf nennt insbesondere folgende zu erhebende Daten:
 
  • Aktivitätsraten
  • Angaben zu Austausch von Wärme und Restgasen
  • Elektrische Bilanz
  • CO2-Emissionen auf Ebene des Zuteilungselements
Die Aktivitätsraten liegen der DEHSt prinzipiell im Rahmen der jährlich einzureichenden Mitteilung zum Betrieb vor, allerdings ist zu erwarten, dass diese im Rahmen der Beantragung einer kostenfreien Zuteilung noch mal verifiziert werden müssen. Die übrigen Daten sind über die aktuellen Berichtspflichten noch nicht abgedeckt und müssen deshalb im Rahmen der Zuteilungsanträge oder einer separat durchzuführenden Datenerhebung noch an die DEHSt gemeldet werden.
 
Quelle: Europäische Kommission


EMB-Informationsveranstaltung zum Emissionshandel

Am 15. Juli hat die EU-Kommission einen Entwurf zur Änderung der Emissionshandelsrichtlinie für die 4. Handelsperiode 2021-2030 vorgelegt. Als zentrales Element der Europäischen Klimapolitik wird er bereits in den nächsten Jahren bis 2020 vielfältige Wirkung auf den Markt, Preise und Handlungsbedarfe für Unternehmen haben.
 
Der vorgelegte Entwurf enthält nicht nur weitere Bestimmungen zur Einführung der Markstabilitätsreserve und deren Umsetzung. Gegenstand sind zudem Regelungen zu weiteren für Unternehmen wichtigen Ausgestaltungselementen, wie bspw. deutlich anspruchsvollere Benchmarks für die kostenlose Zuteilung und veränderten Regelungen zu „Carbon Leakage“.
 
Die EMB wird hierzu am 15. September 2015 zusammen mit der FutureCamp Climate GmbH eine Informationsveranstaltung durchführen. Themen werden die angesprochene Reform des Emissionshandels, deren Auswirkungen auf Anlagenbetreiber sowie Marktentwicklung und EUA-Beschaffungsstrategien sein. Veranstaltungsort ist bei EMB, Großbeerenstraße 181-183, 14482 Potsdam.

Quellen: ICE, FutureCamp
 
 


 
 Redaktion
FutureCamp Climate GmbH
Annette Gruß
 


 
Redaktion
FutureCamp Climate GmbH
Andreas Kohn
 
 

 

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