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EMB infodienst 2 | 2015

CO2-Marktentwicklung

Relativ verhalten hat sich der EUA-Preis seit Anfang März präsentiert. Nach einem zwischenzeitlichen Tief am 12.03.2015 von 6,46 Euro/t stieg er recht kontinuierlich bis auf 7,68 Euro/t an (13.05.2015), um sich anschließend um die 7,50 Euro/t-Marke einzupendeln (Mitte Mai bis Anfang Juli). Nachdem schon frühzeitig absehbar war, dass die endgültige Abstimmung im Umweltausschuss des EU-Parlaments über die Einführung der Marktstabilitätsreserve (MSR) am 26.05.2015 positiv ausfallen würde, war diese Entscheidung wohl bereits eingepreist und brachte keine zusätzlichen Preisimpulse. Da die meisten Anlagenbetreiber ihre Abgabeverpflichtungen Ende April gerade erst erfüllt hatten und kurzfristig keine weiteren politischen Entscheidungen anstehen, ist in den Sommermonaten nicht mit großen Preissprüngen zu rechnen. Langfristig gehen Analysten aufgrund der Reform des EU-Emissionshandelssystems (EU-EHS) weiterhin von steigenden EUA-Preisen aus. Schlusskurs am 01.07.2015 war 7.50 Euro/t.
Bei CERs konnte bis Ende März noch eine deutliche Entkopplung zwischen Spot- und Terminkontrakten beobachtet werden. Zertifikate aus der zweiten Handelsperiode, die ab diesem Zeitpunkt nicht mehr im EU-EHS einsetzbar waren, konnten am Spotmarkt zu Preisen um die 0,02 Euro/t gehandelt werden. Seit Anfang April haben sich die Spot-Preise wieder dem Niveau der Terminkontrakte angepasst. Der Schlusskurs lag hier am 01.07.2015 bei 0,43 Euro/t.
Alle im Text genannten Preisangaben beziehen sich (sofern nicht anders angegeben) auf Schlusskurse mit Liefertermin Dezember 2015.

Quellen: ICE, FutureCamp

 

Fördergelder für Biomethan-Produktion in Brandenburg

Die EU fördert im Rahmen des sog. NER300-Programms emissionssparende Technologien. Davon profitiert auch das Unternehmen VERBIO mit seinem Produktionsstandort im brandenburgischen Schwedt/Oder. Gefördert wird dort eine Technologie zur Produktion von Biomethan aus 100 % Stroh. Die Fördersumme von bis zu 22,3 Mio. Euro wird dabei als fester Vergütungssatz für die im Zeitraum 2014-2019 ins Erdgasnetz eingespeiste Menge Biomethan gewährt. Die Fördergelder des NER300-Programms stammen aus dem Verkauf von Zertifikaten (EUAs) im Rahmen des EU-Emissionshandels.
 
Quellen: Europäische Kommission, VERBIO Vereinigte Bioenergie AG

 

Weitreichende Reform des EU-Emissionshandels 

Der EU-Emissionshandel steht vor seiner bislang weitreichendsten Reform. Diese wird die Situation im Markt, die gegenwärtig von großen Überschüssen geprägt ist, grundlegend verändern. Das Ergebnis des sogenannten Trilogs zwischen Europäischem Rat, Parlament und Kommission sieht folgendes vor: Ab 2019 kann eine Marktstabilisierungsreserve (MSR) nach festgelegten Regeln und ohne politische Eingriffsmöglichkeit in den Markt eingreifen. Liegt die sog. Überschussmenge bei mehr als 833 Mio. Zertifikaten (EUA), werden automatisch Auktionsmengen gekürzt und in die MSR transferiert. Zudem wurde beschlossen, die 900 Mio. EUA aus dem sog. Backloading ebenfalls in die MSR zu überführen. Um diese Zertifikatemenge wurden die Auktionsmengen 2014 bis 2016 in drei Tranchen gekürzt. Zwar war ursprünglich beschlossen worden, diese Menge 2019 und 2020 wieder in den Markt zu bringen. Allerdings war klar, dass dies von Beginn an nicht das politische Ziel aller Beteiligten war. Ebenfalls in die MSR sollen sog. Restmengen z.B. aus Teilstilllegungen und nicht zugeteilten Zertifikaten transferiert werden. Gegenwärtige Schätzungen gehen hier von einem Volumen zwischen 350 und 900 Mio. EUA aus. Nach Berechnungen von FutureCamp dürften die großen derzeitigen Überschüsse im EU-EHS damit ab Beginn der kommenden Dekade Geschichte sein.
 
Quellen: Europäische Kommission, Europäisches Parlament, Europäischer Rat, FutureCamp

 

Bundesregierung einigt sich auf Kohlekompromiss

Bis 2020 will Deutschland seine Emissionen um 40% im Vergleich zum Jahr 1990 reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte Wirtschaftsminister Gabriel (SPD) eine Sonderabgabe für alte Kohlekraftwerke vorgeschlagen. Durch diese sollten insgesamt 22 Mio. Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Seit dem Koalitionsausschuss vom 1. Juli ist jedoch klar, dass Deutschland einen anderen Weg gehen wird. Dort einigte sich Gabriel mit Kanzlerin Merkel (CDU) und CSU-Chef Seehofer darauf, zwischen 2017 und 2020 Braunkohlekraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt 2,7 Gigawatt stillzulegen. Die betroffenen Meiler sollen weiterhin als Reserve vorgehalten werden und im Gegenzug eine finanzielle Entschädigung erhalten. Die Kosten tragen Verbraucher und Steuerzahler. Die anvisierten Stilllegungen entsprechen etwa der Kapazität von fünf größeren Kraftwerken. Wieviel dadurch eingespart wird, ist unklar. Die Schätzungen bewegen sich zwischen 9 und 12,5 Mio t CO2. Viele Umweltschützer zeigten sich enttäuscht: Die vereinbarte Alternativlösung entspreche nicht dem während des G7-Gipfels von der Kanzlerin angekündigten Kohleausstieg, die Erreichung des nationalen Klimaziels bleibe fraglich.

Quellen: Handelsblatt.de; N24.de; Tagesschau.de; FAZ
 

 

Verhandlungen zu einem globalen Klimaschutzabkommen

Ende des Jahres will die internationale Staatengemeinschaft in Paris ein globales Klimaschutzabkommen beschließen. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren, im Juni fand eine Vorbereitungskonferenz der Vereinten Nationen in Bonn statt. Rückenwind bekamen die Verhandlungen dabei vom G7-Gipfel. Die sieben führenden Industrienationen haben im bayerischen Elmau angekündigt, in diesem Jahrhundert weitgehend aus den Energieträgern Kohle, Öl und Gas aussteigen zu wollen und einen Dekarbonisierungspfad einzuschlagen. Ob dies tatsächlich der Startschuss für eine globale Energiewende ist, bleibt abzuwarten. Die Aussichten für einen Erfolg in Paris sind jedenfalls deutlich gestiegen.
 
Quellen: G7, UNFCCC, FutureCamp
 
 
Glossar

CER – Certified Emissions ReductionCO2 – Kohlendioxid
EHS – Emissionshandelssystem
EU – Europäische Union
EUA – European Union Allowance
ICE – IntercontinentalExchange
NER – New Entrants Reserve
Mio. – Million(en)
MSR – Marktstabilitätsreserve
t – Tonne
UNFCCC – United Nations Framework Convention on Climate Change
VERBIO – Vereinigte Bioenergie AG
 
 
 




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