EMB Energie Mark Brandenburg GmbH

EMB Infodienst 3 | 2018

CO2-Marktentwicklung

Der rasante Anstieg der CO2-Preise geht nahtlos weiter und scheint sogar noch weiter an Fahrt zu gewinnen. Am 10. September 2018 wurde mit 25,76 Euro/t ein neues Zehnjahreshoch erreicht. Der Schlusskurs am gleichen Tag lag bei 25,23 Euro/t und damit über 350% höher als ein Jahr zuvor. CER notieren bei 0,29 Euro/t.

Wie bereits im vorherigen Newsletter beschrieben:

Die beschlossenen Reformmaßnahmen scheinen bereits ihre Wirkung zu entfalten. Insbesondere die ab 2019 in die Angebotsmenge eingreifende Marktstabilitätsreserve führt zu einer bereits jetzt antizipierten Wertsteigerung der EUA. Der Großteil der Analysten geht davon aus, dass viele Anleger in Hinblick darauf ihre Portfolien füllen.

Den Preisanstieg im August könnte man noch mit den traditionell in diesem Monat halbierten Auktionsmengen begründen. Allerdings war der Preisanstieg am 7. und 9. September in Summe etwa genauso hoch wie über den gesamten August.

Zu den aktuellen CO2-Preisprognosen lesen Sie bitte den separaten Artikel in diesem Newsletter.

Quellen: Intercontinental Exchange Europäische Kommission, FutureCamp

 

CO2-Preisprognosen

Angesichts der stark steigenden CO2-Preise haben zahlreiche Analysten ihre Preisprognosen angehoben, wurden dabei aber meist bereits von dem neuerlichen Preisanstieg wieder überholt. Die Frage ist, ob der Markt mittlerweile überhitzt und was der „faire“ CO2-Preis ist. Kommt es in diesem Jahr noch zu einer Preiskorrektur? Oder setzt diese im Januar 2019 ein, wenn die Marktstabilitätsreserve greift? Ein solches Phänomen konnte im CO2-Markt schon häufig beobachtet werden. Oder geht der Preisanstieg unvermindert weiter, auch in den ersten Jahren der Marktstabilitätsreserve, in denen das Angebot deutlich verknappt wird?

Die Analysten von ICIS rechnen mit Preisen von 21,6 Euro/t bis Ende 2018. Hierzu muss gesagt werden, dass der Modelllauf am 6. September 2018 erfolgte, als die Preise noch um die 21 Euro pendelten. Gemäß ihres Basisszenarios steigen diese dann im Jahr 2020 auf 26,9 Euro/t. Demzufolge wäre der Preishöhepunkt im Jahr 2023 erreicht mit einem prognostizierten Preis von 41,5 Euro/t. Danach, so die Einschätzung von ICIS, ist aufgrund angestoßener Emissionsminderungsmaßnahmen mit sinkenden Preisen zu rechnen. Für 2030 sagt das ICIS-Basisszenario einen EUA-Preis von 18,5 Euro/t voraus. Hauptsächliche Preiseinflussfaktoren seien demnach das Hedging-Verhalten der großen Energieversorger, der Ausbau von Erneuerbaren Energien und die Förderung von Energieeffizienz sowie die mit Wirkung 2024 anstehende Überarbeitung der Marktstabilitätsreserve

Die meisten der sonstigen Analysten erwarten eher, dass die CO2-Preise auch in der zweiten Hälfte des kommenden Jahrzehnts weiter steigen werden.

Quellen: ICIS, FutureCamp

 

EU-ETS 2021-2030: Zuteilungsregeln

Aktuell läuft die Erarbeitung einiger zentraler Verordnungen, die die Umsetzung der Richtlinie konkretisieren. Für den Anlagenbetreiber sind hierbei insbesondere die Zuteilungsverordnung sowie die Carbon-Leakage-Liste von Relevanz. Die EU-Kommission hat am 8. Mai 2018 die vorläufige Carbon-Leakage-Liste für die vierte Handelsperiode veröffentlicht. Siehe hierzu unsere Ausführungen im letzten Newsletter. Die EU-Zuteilungsverordnung (Free Allocation Rules, FAR) wird aktuell in einer Expertengruppe auf europäischer Ebene erarbeitet.

Es existieren mittlerweile schon Entwurfsfassungen in mehreren Versionen. Aus den Entwürfen lässt sich insbesondere ableiten, dass das Monitoring von Aktivitätsraten zukünftig eine neue Bedeutung bekommen wird. In einem separaten Methodenplan muss beschrieben werden, auf welche Weise die Aktivitätsraten für die Antragsstellung und auch für das zukünftige Monitoring erfasst werden. Dieser Plan muss ähnlich wie der Überwachungsplan bei der Berichterstattung zukünftig von der Behörde genehmigt werden.

Quellen: Entwurf FAR vom Juli 2018

 

EU-ETS 2021-2030: Zeitplan Zuteilung

Die finale Fassung der Zuteilungsregeln soll im Oktober 2018 vorliegen. Sowohl die Carbon-Leakage-Liste als auch die Zuteilungsregeln könnten dann noch im Dezember diesen Jahres in Kraft treten.

Für den Betreiber besonders relevant sind die Fristen, die für den Ablauf des Zuteilungsverfahrens nächstes Jahr zu erwarten sind: Gemäß Entwurf der Zuteilungsverordnung müssen die Anträge bis 31. Mai 2019 bei der nationalen Behörde eingereicht werden, abweichend kann die nationale Behörde auch ein späteres Datum festlegen, das jedoch nicht nach dem 30. Juni 2019 liegen sollte. Das bedeutet für den Anlagenbetreiber, dass, sofern es bei diesem Zeitplan bleibt, direkt nach der Emissionsberichterstattung die Zuteilungsanträge zu erstellen sind, die auch wieder verifiziert werden müssen.

Die Prüfung der Zuteilungsanträge durch die DEHSt muss gemäß Richtlinie bis 30. September 2019 abgeschlossen sein. Die Entscheidungen zu den Benchmarks sowie zu den Zuteilungsbescheiden werden dann erst im Laufe des Jahres 2020 erfolgen.

Quellen: Entwurf FAR vom Juli 2018, DEHSt

 

TEHG-Kabinettsbeschluss

Parallel zu den in den weiteren Artikeln dieses Newsletters beschriebenen Prozessen, wird auf nationaler Ebene das TEHG (Treibhausgasemissionshandelsgesetz) angepasst. Dies dient der Umsetzung der geänderten EU-Richtlinie in nationales Recht. Der Gesetzesentwurf wurde am 1. August 2018 im Bundeskabinett beschlossen und es ist vorgesehen, dass das geänderte TEHG zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt. Der Entwurf enthält überwiegend formale Anpassungen, die durch die geänderte EU-Richtlinie erforderlich waren.

Bezüglich der Nutzung der Kleinstemittentenregel verweist der Gesetzentwurf auf eine Verordnungsermächtigung durch die Bundesregierung. Die Richtlinie gibt den Mitgliedsstaaten den Freiraum, Anlagen mit Emissionen von weniger als 2.500 t/Jahr oder weniger als 300 Betriebsstunden/Jahr aus dem Emissionshandel herauszunehmen. Dies kann für einige Betreiber eine interessante Option darstellen. Ob beziehungsweise unter welchen Bedingungen diese Regel in Deutschland zur Anwendung kommt, bleibt jedoch auf Basis des Gesetzesentwurfs zunächst noch unklar.

Quellen: TEHG Kabinettsbeschluss

Ihr Ansprechpartner

Ralph SeefeldTelefon:0331 7495-383E-Mail: seefeld.ra@emb-gmbh.de