EMB Energie Mark Brandenburg GmbH
EMB Infodienst 3 | 2017

EMB Infodient 3 | 2017

CO2-Marktentwicklung

Unbeeindruckt von unserem letzten Newsletter, in dem eher fallende Preise vorhergesagt wurden, stiegen die CO2-Preise in den vergangenen Monaten merklich. Teilweise wurden bereits wieder Handelsgeschäfte über 6 Euro/t abgeschlossen, womit der EUA-Preis seit Ende Juni um mehr als 25 % zulegte.

Gründe für den recht deutlichen Preisanstieg könnten sowohl weiterhin anhaltende Ausfälle französischer Kernkraftwerke, drohende Engpässe durch kritische Füllstände der Wasserkraftanlagen südeuropäischer Länder, die anhaltend positive Wirtschaftslage sowie reduzierte Auktionsvolumina im August gewesen sein. Rein fundamental spricht momentan eher wenig für einen anhaltenden Trend. Mit deutlich steigenden Preisen rechnen Analysten erst wieder mit dem Einsetzen der Marktstabilisierungsreserve ab 2019 (siehe separaten Artikel in diesem Newsletter).

Der EUA-Schlusskurs (Liefertermin Dezember 2017) an der Börse ICE lag am 1. September 2017 bei 5,83 Euro/t. Entsprechende CER kosteten zur gleichen Zeit 0,20 Euro/t.

Quellen: ICE, FutureCamp

 

Aktuelle Preisprognosen im CO2-Markt

EUA-Preisprognosen fallen traditionell je nach Analyst sehr unterschiedlich aus. Wo bezüglich der Richtung der Preisentwicklung meist noch Konsens herrscht, unterscheiden sich die vorausgesagten Preisniveaus meist deutlich.

So sehen viele Analysten bis Ende 2018 durch das bereits Anfang 2017 entfallende Backloading (Reduzierung der Auktionsmengen) fallende bzw. stagnierende CO2-Preise. Mit Einsetzen der Marktstabilisierungsreserve (MSR) ab 2019 sollen jährlich, und solange der Gesamtmarktüberschuss 0,83 Mrd. t übersteigt, 12 bzw. 24 % des Überschusses (je nachdem, wie das EU-Trilog-Verfahren ausgeht) in die MSR überführt werden. Entsprechend wird ab 2019 ein deutlicher Preisanstieg prognostiziert.

Die Analysten von Energy Aspects rechnen für den Rest des Jahres 2017 mit EUA-Preisen von 5,00 Euro/t. 2018 steige er demnach dann stetig von 5,20 Euro/t (Q1) auf 5,80 Euro/t (Q4). Steiler werde der Anstieg in den Jahren 2019 und 2020 mit Preisprognosen für das jeweils letzte Quartal von 11,00 bzw. 17,00 Euro/t bei Jahresdurchschnittspreisen von 9,00 bzw. 15,30 Euro/t. Für den Zeitraum 2021 – 2030 geht Energy Aspects von einem Durchschnittspreis von 25,00 Euro/t und einem EUA-Preis von 38,00 Euro/t am Ende des Jahres 2030 aus.

Die Analysten von ICIS rechnen für 2021 – 2030 mit Höchstpreisen bis knapp 35 Euro/t, die zum Ende der Handelsperiode aber wieder fallen würde (siehe hierzu auch unseren Artikel im vergangenen CO2-Newsletter).

Quelle: Europäische Kommission, Energy Aspects, ICIS, FutureCamp

 

Polymeranlagen: Emissionshandelspflicht ab 2018, Antragsfrist 1.11.2017

Am 20. Juli 2017 trat das geänderte Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) in Kraft. Damit sind Anlagen zur Herstellung bestimmter Polymere mit einer Produktionsleistung von mehr als 100 Tonnen je Tag in den Emissionshandel einbezogen. Betreiber solcher Anlagen müssen bis 1. November 2017 einen Überwachungsplan erstellen sowie einen Zuteilungsantrag stellen, sofern ein Anspruch auf kostenfreie Zuteilung besteht. Nicht nur für Betreiber von Polymerisationsanlagen führt dies ab 2018 zu Änderungen, sondern auch für Betreiber von Kraftwerken, die Wärme an Polymerisationsanlagen liefern.

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) hat in diesem Zusammenhang ein Hinweispapier erstellt, das auch Hinweise zur Anpassung von Zuteilungsanträgen im Fall von Wärmelieferung an Polymerisationsanlagen enthält. Zudem wurde das Hinweispapier zum Anwendungsbereich des Emissionshandels aus dem Jahr 2011 aktualisiert.

Quelle: DEHSt

 

Status der globalen Klimapolitik: Es wird unübersichtlich

Wer die internationale Klimapolitik im Auge behalten will, hat momentan keinen leichten Stand. Entwicklungen in den USA bestimmen nach wie vor die Schlagzeilen: US-Präsident Trump steigt aus dem Pariser Abkommen aus und setzt Klimaschutz-Dekrete außer Kraft. Haben wir aber alles Wichtige im Blick?

Tatsächlich werden starke Gegentendenzen in den USA häufig übersehen: Unter der United States Climate Alliance versammelt sich eine wachsende Zahl an Bundesstaaten, die die US-Ziele unter Paris weiterhin erfüllen möchte. Seit Monaten arbeiten bedeutende Republikaner an einer CO2-Dividende und beschreiben den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen als volkswirtschaftliche Chance. Nicht ausgeschlossen, dass das Pendel auch in den USA wieder umschlägt.

Im globalen Rahmen gibt es unterschiedliche Signale. Zunächst zeitigt der US-Ausstieg aus Paris nicht den befürchteten Dominoeffekt. Vielmehr bekräftigen alle anderen G20-Staaten gemeinsam das Pariser Abkommen. Gleichzeitig zeigt die an handelspolitischen Differenzen gescheiterte Klimaschutzerklärung von EU und China: Klimapolitik ist auf Ebene der Großmachtthemen angekommen. Diese werden mit Blick auch auf wirtschaftliche Interessen verhandelt.

Dies macht eine Analyse nicht leichter. Dennoch wird deutlich: Mit dem Fahrplan für die Umsetzung von Paris, der Ausarbeitung von Regelungen für internationale Luftfahrt und Schiffsverkehr, zusammen mit zahlreichen nationalen und bilateralen Initiativen, auch außerhalb der EU, wird der globale Klimaschutz vorangetrieben.

Quelle: FutureCamp

 

EMB-Infoveranstaltung zur ETS-Reform 2021 – 2030

Mitte Februar hat das EU-Parlament über seine Position zur Emissionshandelsreform abgestimmt, am 28. Februar 2017 folgte der Europäische Rat. Der Prozess um die Revision des EU-ETS war damit einen großen Schritt vorangekommen und machte den Weg für die Abstimmung der drei beteiligten EU-Institutionen Rat, Parlament und Kommission frei. Eine abschließende Einigung wurde aber bisher noch nicht erzielt. Die nächste Sitzung findet am 12. / 13. September 2017 statt. Ob bereits dann oder erst im Oktober eine Entscheidung fallen wird, ist noch unklar.

Teil des Pakets wird auf jeden Fall auch die Verschärfung der Regelungen für die sogenannte Marktstabilisierungsreserve sein, was tendenziell ab 2019 zu steigenden Preisen führen sollte (siehe auch separaten Artikel in diesem Newsletter).

Die Folgen der zahlreichen Bestimmungen können für einzelne Sektoren und Unternehmen sehr unterschiedlich und mitunter negativ sein, insbesondere was die Zuteilungsmengen angeht. Sie bedürfen der Analyse. Wir nehmen dies zum Anlass, wieder unsere bewährte Informationsveranstaltung zum CO2-Emissionshandel durchzuführen, zu der wir Sie hiermit herzlich einladen.

Die Veranstaltung findet am 14. September 2017 von 9:00 bis 14:00 Uhr im Hause der EMB Energie Mark Brandenburg GmbH, Großbeerenstraße 181 - 183, 14482 Potsdam statt. Für einen kleinen Mittagsimbiss wird von uns gesorgt. Parkplätze stehen auf unserem Innenhof zur Verfügung.

Wir planen mit folgenden Agendapunkten:

EU-Emissionshandel 2021 – 2030
  • Reformvorschläge EU Kommission, EU Parlament und EU Rat
  • Auswirkung auf die Zuteilungsregelungen 2021-2030
  • Ausgestaltung und Auswirkungen der Marktstabilitätsreserve
  • Stand / Ergebnisse des Trilog-Verfahrens
Zuteilung 2021 – 2030
  • Ausgestaltung der Zuteilungsregeln 2021-2030
  • Fallbeispiele
Preisentwicklung und Beschaffungsstrategien
  • Preisentwicklung & Preiseinflussfaktoren bis 2017
  • Preisprognosen 2018-2020 sowie Ausblick bis 2030
  • Beschaffungsstrategien

Über Ihre Teilnahme würden wir uns sehr freuen! Nutzen Sie einfach dieses Formular, um sich anzumelden:

Teilnehmen 

Quelle: EMB, FutureCamp

 

Ihr Ansprechpartner

Ralph SeefeldTelefon:0331 7495-383E-Mail: seefeld.ra@emb-gmbh.de