EMB Energie Mark Brandenburg GmbH

CO2-Marktentwicklung

Der Zeitraum Juni bis Anfang September 2016 lässt sich in Bezug auf den EUA-Preis zweiteilen. Vor der Brexit-Entscheidung am 23. Juni lag er stets zwischen 5,56 und 6,21 Euro/t, danach mit fallender Tendenz zwischen 4,97 und 3,93 Euro/t. Die Entscheidung hatte einen Preissturz von über 12% innerhalb eines Tages bzw. von über 20% innerhalb einer Woche zur Folge. Am 5. September 2016 wurde dann mit 3,93 Euro/t der niedrigste Schlusskurs seit Mai 2013 erreicht.

Ein Hauptgrund liegt darin, dass damit gerechnet wird, dass viele britische Energieversorgungsunternehmen (und auch Industrieunternehmen) bereits getätigte EUA-Terminkäufe rückgängig machen werden und die Nachfrage der Energieversorger in Zukunft wegfallen wird.

Weitere preisbeeinflussende Faktoren waren die im August verringerten Auktionsmengen, die Verhandlungen um die Reform des EU-Emissionshandels sowie die Entwicklung sonstiger Marktfaktoren wie Ölpreis und DAX.

CER notierten über die vergangenen Monate nahezu unverändert um 0,40 Euro/t, allerdings auch mit leicht fallender Tendenz Anfang September.

Alle im Text genannten Preisangaben beziehen sich auf Schlusskurse mit Liefertermin Dezember 2016.
Quellen: ICE, FutureCamp
 

Brexit: Auswirkungen auf den EU-Emissionshandel

Ein Brexit bedeutet nicht zwingend, dass die Briten auch aus dem EU-Emissionshandel austreten. Insbesondere bei einer auch zukünftig engen Verzahnung der britischen mit der EU-Wirtschaft, ist davon auszugehen, dass auch deren Anlagen im EU-Emissionshandel bleiben.
 
Sollte es zu einem Ausstieg kommen, ist zu verhandeln was mit den für die britischen Anlagenbetreiber vorgesehenen Zertifikaten geschehen soll. Das Vereinigte Königreich hat in der Vergangenheit mehr EUA nachgefragt als angeboten und war meist unter den Nationen zu finden, die sich für restriktivere Emissionsziele eingesetzt haben. Es muss überprüft werden, inwieweit die Klimaziele der EU durch ein Ausscheiden des Vereinigten Königreichs angepasst bzw. neu aufgeteilt werden müssten.
 
Die Analysten von Energy Aspects rechnen damit, dass der EUA-Preis für 2017 und 2018 unter 4 Euro/t liegen wird, falls UK bis Ende 2017 aus dem EU-Emissionshandel aussteigen sollte. Für die Jahre 2019 und 2020 rechnen sie mit wieder steigenden Preisen auf 5 bzw. 7,50 Euro/t. Im Falle eines Verbleibs der UK-Anlagen im EU-ETS läge der Preis um jeweils 2 Euro/t höher. Durch den Wegfall der Anlagen stünden 2017  261 Mio. EUA und 2018-2020 in Summe 257 Mio. EUA zur Verfügung.
Quellen: Energy Aspects, FutureCamp
 

Studie: Kostenbelastungen für die Industrie in der Emissionshandelsperiode 2021-2030

In einer kürzlich veröffentlichten Studie von FutureCamp im Auftrag des VIK werden Kostenbelastungen für industrielle Anlagen durch die Reform des Emissionshandels für die Zeit 2021-2030 berechnet.
 
Berechnet wurden Fallbeispiele aus den Branchen Aluminium, Chemie, Industriegase, Papier und Stahl. Dabei wurde ein eigens entwickeltes Tool genutzt, mit dem anlagenbezogene Berechnungen durchgeführt und direkte und indirekte CO2-bedingte Kostenentwicklungen abgebildet werden können. Berücksichtigt werden u.a. Effizienz- und Produktionsentwicklung, ferner können verschiedene Regulierungsszenarien zur Reform des EU-ETS sowie Preise für EUA abgebildet werden.
 
Für den VIK wurden die zu erwartenden Kostenbelastungen für zwei Szenarien berechnet. Eines basiert auf dem Vorschlag der EU-Kommission vom Juli 2015, eines bildet Forderungen des VIK weitgehend ab und führt zu deutlich niedrigeren Belastungen. Es zeigen sich relevante und zum Teil sehr erhebliche Kostensteigerungen im Vergleich zu 2015. Bei der Bewertung der Ergebnisse ist allerdings auch die angenommene Preisentwicklung mit einem Preisanstieg auf 30 Euro/t zu beachten. Klar erkennbar ist, dass Unternehmen gut beraten sind, sich mit Blick auf ihre eigenen Anlagen rechtzeitig mit dem Thema zu befassen und, wo möglich, Investitionen z.B. in Energieeffizienz zu tätigen sowie ggf. ihre EUA-Beschaffungsstrategie zu überprüfen.
 
Quelle: FutureCamp
 

Effort Sharing

Am 20. Juli 2016 hat die EU-Kommission einen Vorschlag für die Ausgestaltung des Effort Sharings bis 2030 vorgelegt. Darin geht es darum, wie die Treibhausgas-Minderungsbeiträge in den Sektoren außerhalb des Emissionshandels auf die EU-Mitgliedsstaaten aufgeteilt werden. Erfasst sind unter anderem der Gebäudesektor, die Landwirtschaft, die Abfallwirtschaft und der Verkehr. Das Effort Sharing legt bindende Ziele für die EU-Mitgliedsstaaten fest, die Umsetzung obliegt jedoch den Staaten.
 
Zusammen mit den revidierten Regulierungen für den EU-Emissionshandel und den Bereich der Landnutzung soll das Effort Sharing die Erreichung des Treibhausgas-Ziels von -40% ggü. 1990 im Jahr 2030 sicherstellen. Eine Umsetzung des Vorschlags könnte auch Auswirkungen auf den Emissionshandel haben: Bis zu 100 Mio. EUA, die eigentlich zur Versteigerung vorgesehen sind, könnten zur Erreichung nationaler Minderungsziele im Effort Sharing eingesetzt werden. Auch die Landnutzung soll Credits generieren können: Bis zu 280 Mio. t an erbrachten CO2-Einsparungen bzw. Kohlenstoffbindungen sollen zugunsten der Erreichung der nationalen Klimaziele im Effort Sharing eingesetzt werden können. Neben dem Vorschlag für das Effort Sharing hat die EU-Kommission am 20. Juli 2016 auch eine Strategie für „Low-Emission Mobility“ sowie einen Regulierungsvorschlag für den Bereich der Landnutzung („LULUCF“) veröffentlicht.
Quellen: EU-Kommission, FutureCamp

 

Energieeffizienz-Förderprogramme 2016: Erweiterung auf große Unternehmen

Mit den neuen oder überarbeiteten Förderprogrammen kommen seit diesem Jahr nun auch große Unternehmen verstärkt in den Genuss von Fördergeldern für Energieeffizienzmaßnahmen.
 
Als eines der bedeutendsten Förderprogramme dürfte das neu aufgesetzte Förderprogramm Querschnittstechnologien gelten, über das seit diesem Jahr auch Nicht-KMUs ihre Ersatz- und Neuinvestitionen in energieeffiziente Querschnittstechnologien bezuschussen lassen können. Es ist ebenfalls neu, dass auch bestimmte Wärmerückgewinnungs- und Abwärmenutzungsmaßnahmen sowie Dämmungen von industriellen Anlagen förderfähig sind. Ergänzend hierzu wurde das KfW-Energieeffizienzprogramm Abwärme neu aufgesetzt. Bei Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Nutzung von Abwärme werden zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse vergeben, sofern ein adäquates Abwärmekonzept vorliegt. Dieses Programm grenzt sich insoweit von dem Förderprogramm Querschnittstechnologien ab, als dass deutlich mehr Maßnahmen im Bereich Abwärme förderfähig sind.
 
Für Effizienzmaßnahmen im Strombereich könnte das Pilotprogramm "STEP up!" interessant sein. Durch eine wettbewerbliche Ausschreibung werden Investitionen in Technologien zur Stromeinsparung gefördert. Ausschlaggebend für den Zuschlag der Fördergelder ist der Kosten-Nutzen-Wert der geplanten Maßnahme. Ein hemmender Faktor könnte bei diesem Programm sein, dass nur die besten Projekte gefördert werden, d.h. ggf. Anträge auch abgelehnt werden aufgrund der Wettbewerbssituation.
 
Neben den genannten Förderprogrammen stehen weitere Programme zur Verfügung. Nähere Informationen sind auf den Internetseiten von BAFA und KfW zu finden.
Quelle: FutureCamp