EMB Energie Mark Brandenburg GmbH
EMB Infodienst 2-2017

EMB Infodienst 2 | 2017

CO2-Marktentwicklung

In unserer vergangenen Ausgabe berichteten wir von einem EUA-Schlusskurs von 5,91 Euro/t am 1. März 2017. Im Anschluss setzte sich der bereits zu Jahresbeginn einsetzende Preisverfall bis auf 4,35 Euro/t am 11. Mai 2017 fort. Erst Ende Mai schaffte es der EUA-Preis wieder über die 5-Euro-Marke.

Unbeeindruckt zeigten sich die CO2-Preise von der Ankündigung des US-Präsidenten, aus dem Paris Agreement auszusteigen.

Mit deutlich steigenden Preisen rechnen Analysten mit Einsetzen der Marktstabilisierungsreserve ab 2019 (siehe hierzu separaten Artikel in diesem Newsletter). Aufgrund fehlender politischer und fundamentaler Impulse werden bis dahin hingegen eher fallende Preise vorhergesagt.

Der EUA-Schlusskurs am 12. Juni 2017 lag bei 4,92 Euro/t. CER kosteten zur gleichen Zeit 0,22 Euro/t.

Alle im Text genannten CO2-Preisangaben beziehen sich auf Schlusskurse der Börse ICE mit Liefertermin Dezember 2017.

Quellen: ICE, FutureCamp

 

Stand der EU-ETS-Reform

Die Trilog-Verhandlungen um die Revision der Emissionshandels-Richtlinie für den Zeitraum 2021-2030 werden nach gegenwärtigem Stand nicht mehr im ersten Halbjahr 2017 abgeschlossen werden können. Damit wird die folgende estnische Präsidentschaft die Verhandlungen über die Neufassung der Richtlinie fortführen.

In den bisherigen Treffen wurden Vorverständigungen auf technischer Ebene angestrebt. Dies ist erforderlich, weil in den Verhandlungen eine konkrete Richtlinienfassung erarbeitet werden muss. Einigungen über die politischen Kernfragen stehen jedoch noch aus. Zuletzt musste zudem ein Treffen abgesagt werden, weil der Verhandlungsführer für das EU-Parlament Ian Duncan durch den Wahlkampf in Schottland verhindert war.

Zu der zentralen Frage einer Anpassung der Marktstabilisierungsreserve hat die EU-Kommission inzwischen ein Papier veröffentlicht. Dieses fasst die Einschätzungen verschiedener Analysten zu den Auswirkungen der vorgeschlagenen Löschregeln zusammen. Bis 2030 könnten gemäß dem Papier zwischen 1,9 und 3 Mrd. Zertifikate ihre Gültigkeit verlieren.

Quellen: Europäischer Rat, FutureCamp

 

Treibhausgasemissionen 2016 (VET-Bericht)

Am 1. Juni 2017 veröffentlichte die DEHSt ihren sog. VET-Bericht (Verified Emissions Table) für das Jahr 2016. Demnach emittierten die 2016 vom EU-ETS erfassten 1.863 Anlagen ca. 453 Mio. t CO2e (davon 330 Mio. von Verbrennungsanlagen). Gegenüber 2015 entspricht dies einem Rückgang um 0,6 % (minus 13 % gegenüber 2005). EU-weit gingen die Emissionen im EU-ETS im Jahr 2016 um 2,6 % gegenüber dem Vorjahr auf ca. 1.750 Mio. t CO2e zurück (minus 26 % gegenüber 2005).

In Deutschland wurden 2016 insgesamt 154 Mio. EUA kostenlos zugeteilt, der Großteil an Industrieanlagen. Diese wiesen dadurch einen Zuteilungsüberschuss in Höhe von 4 Mio. EUA auf. Der Energiesektor hingegen, der seit 2013 sämtliche für die Stromerzeugung erforderlichen Zertifikate zukaufen muss, wies ein Defizit von 303 Mio. t CO2e auf.

Der Marktüberschuss aus verfügbaren Emissionsberechtigungen (kostenlos zugeteilte und auktionierte EUA sowie abgegebene oder umgetauschte CER) abzgl. der verifizierten Emissionen betrug kumuliert rund 1,6 Mrd. t und war damit geringer als noch 2015 (rund 1,8 Mrd. t). Er bildet die Grundlage zur Berechnung der EUA-Menge, die ab 2019 in die Marktstabilisierungsreserve überführt werden soll.

Den kompletten VET-Bericht können Sie hier herunterladen.

Quellen: DEHSt, EU-Kommission, FutureCamp 

 

ICIS rechnet mit stark steigenden CO2-Preisen

Die Analysten des Informationsdienstleistungsunternehmens ICIS rechnen mit stark steigenden CO2-Preisen bis Mitte des kommenden Jahrzehnts. Dabei sei einer der Hauptfaktoren die sog. Intake-Rate, also wieviel Prozent bei einem EUA-Marktüberschuss jährlich in die Marktstabilisierungsreserve überführt werden sollen. Lt. Vorschlag der Europäischen Kommission sollen dies 12 % sein. Parlament und Rat sprechen sich allerdings für eine erhöhte Quote von 24 % in den ersten vier bzw. fünf Jahren aus.

Sollte sich der Parlamentsvorschlag durchsetzen, rechnet ICIS mit einem EUA-Höchststand von 31,70 Euro/t in den Jahren 2023 und 2024. Bei dem Ratsvorschlag läge der Höchststand bei 34,40 Euro/t im Jahr 2024. Der Kommissionsvorschlag würde eine Verzögerung des EUA-Preishöchststandes nach sich ziehen, 34,80 Euro/t im Jahr 2027.

In allen drei Szenarien würde der Preis anschließend wieder fallen, da durch die zunächst gestiegenen Preise weitere Emissionsreduktionen angestoßen und nach dem intensiven Abbau des Marktüberschusses die Auktions-Niveaus wieder steigen würden.

Den Szenarien liegen die Annahmen zugrunde, dass die CO2-Benchmarks jährlich um 1 % sinken und UK mit dem Ende der 3. Handelsperiode (2020) aus dem EU-ETS aussteigt.

Quelle: ICIS 

 

Förderprogramm StepUp! – 4. Ausschreibungsrunde folgt im September – jetzt auch Strom-Wärme-Kombiprojekte möglich

Zahlreiche Energieeffizienz-Förderprogramme, die bisher überwiegend für KMU vorgesehen waren, wurden seit dem letzten Jahr auch für große Unternehmen geöffnet und sollen so noch stärker Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz fördern.

Ein relevantes Förderprogramm ist STEP up!, ein wettbewerbliches Förderprogramm des BMWi, mit dem investive Maßnahmen zur Verbesserung der Stromeffizienz mit Fördersummen bis zu 1,5 Mio. Euro gefördert werden können.

Die 3. Ausschreibungsrunde wurde am 31. Mai 2017 geschlossen. Die 4. Ausschreibungsrunde startet am 1. September 2017 und läuft bis zum 30. November 2017. Neben der offenen Ausschreibung, die technologie- und sektoroffen ist, gibt es wieder eine geschlossene Ausschreibung. Thema wird diesmal die "Umsetzung von Effizienzmaßnahmen bei Trocknungs- und Reinigungsprozessen" sein (bspw. in der Papier- und Kunststoffherstellung, der Metallbe- und -verarbeitung, der Lebensmittelproduktion, der Textilverarbeitung oder der Oberflächenbehandlung).

Im Rahmen der 4. geschlossenen Ausschreibung werden dabei erstmals bei STEP up! neben reinen Stromeffizienzprojekten auch investive Projekte gefördert, bei denen zusätzlich wärmeseitig Energieeinsparungen erzielt werden können.

Weitere Informationen erhalten Sie hier oder über uns.

Quellen: BMWi, FutureCamp

Ihr Ansprechpartner

Ralph SeefeldTelefon:0331 7495-383E-Mail: seefeld.ra@emb-gmbh.de