EMB Energie Mark Brandenburg GmbH

EMB Infodienst 1 | 2018

CO2-Marktentwicklung

Seit Beginn des Jahres stiegen die EUA-Preise um mehr als 35 Prozent und führten ihren schon im vorherigen Newsletter beschriebenen Aufschwung unvermindert fort. Im Februar wurde zum ersten Mal seit November 2011 die psychologisch wichtige Marke von 10 Euro/t überschritten, im März stieg der Preis auf über 11 Euro/t.

Hier wirken aller Voraussicht nach bereits die beschlossenen Reformmaßnahmen. Insbesondere die ab 2019 wirkende Marktstabilitätsreserve (MSR), dessen Intake-Rate von 12 auf 24 Prozent angehoben wurde, führt zu einer bereits jetzt antizipierten Wertsteigerung der EUAs. Der Großteil der Analysten geht davon aus, dass viele Anleger in Hinblick darauf ihre Portfolien füllen. Darüber hinaus ist bis Ende April mit einer stärkeren Nachfrage durch Anlagenbetreiber im Zuge der Abgabeverpflichtung zu rechnen. Auch zeichnen sich die großen Energieversorgungsunternehmen aktuell wohl durch bisher weniger Absicherungsgeschäfte aus, was dem Preis auf mittlere Sicht weiteren Aufschwung geben könnte.

Nichtsdestotrotz gibt es einige Stimmen am Markt, die das Wort „Überhitzung“ in den Mund nehmen. So gesehen wäre eine vorübergehende Abwärtskorrektur im langfristig steigenden Trend denkbar.

Der EUA-Schlusskurs an der Börse ICE lag am 9. März 2018 bei 11,12 Euro/t, entsprechende CER kosteten zur gleichen Zeit 0,18 Euro/t (alle Preisangaben mit Liefertermin Dezember 2018).

Quellen: ICE, FutureCamp

 

Heiße Phase des EU-Emissionshandels

Die meisten von Ihnen werden gerade dem Emissionsbericht den letzten Schliff geben oder haben diesen gar schon an die DEHSt versendet. Gegebenenfalls müssen Sie noch EUA zukaufen. In jedem Fall sollten Sie daran denken, im Unionsregister bis zum 31. März den VET-Eintrag und bis zum 30. April die EUA-Abgabe vorzunehmen. Beides muss zusätzlich durch eine zweite Person bestätigt werden. Im Falle des VET-Eintrags durch Ihre Prüfstelle. Für die EUA-Abgabe sollten Sie vorab prüfen, ob mindestens zwei Kontobevollmächtigte Zugriff auf das Konto haben, dies ist für Eintragung und Bestätigung erforderlich.

Sollten Sie noch EUA kaufen müssen, denken Sie daran, dass Sie seit 3. Januar 2018 hierfür die Identifikationsnummer LEI (Legal Entity Identifier) benötigen (siehe unser Artikel im Newsletter von Dezember 2017).

Zwischenzeitlich hat die DEHSt einige Leitfäden angepasst. Der für die Berichterstattung relevante Leitfaden wurde bereits Ende November 2017 aktualisiert. Die Leitfäden zu den Themen Zuteilungsregelungen, Mitteilung zum Betrieb, Kapazitätsverringerungen und Betriebseinstellungen (Teile 5 und 6) wurden Anfang 2018 überarbeitet.
Näheres hierzu finden Sie hier.

Im vergangenen Newsletter hatten wir über die Reform des Emissionshandels berichtet. Dieser haben nun im Februar 2018 auch das EU-Parlament und der EU-Rat zugestimmt, so dass auch die letzten formale Hürden bei der Umsetzung übersprungen wurden.

Quelle: DEHSt, FutureCamp

 

Klimapolitik im Koalitionsvertrag

Aus klimapolitischer Sicht sind drei Themen im Koalitionsvertrag von Union und SPD besonders interessant: Das Klimaziel 2020, die Zukunft der Kohleverstromung und der Verkehrssektor.

Das deutsche Klimaziel, die Emissionen bis 2020 um 40% zu senken, wird voraussichtlich verfehlt, weil es nicht ausreichend mit Maßnahmen hinterlegt wurde. Der Versuch, durch ein Aktionsprogramm nachzusteuern, entfaltet bislang zu wenig Wirkung, auch weil besonders wirksame Maßnahmen im Bereich der Kohleverstromung gestrichen wurden.

Der Koalitionsvertrag spricht nun von Ergänzungen, „um die Handlungslücke […] so schnell wie möglich zu schließen.“ Das wird jedoch nicht präzisiert, die Maßnahmen soll eine Kommission erarbeiten. Dieselbe Kommission soll beim Thema Kohleverstromung einen „Plan zur schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung, einschließlich eines Abschlussdatums“ erarbeiten.

Beim Verkehr sind drohende Fahrverbote und die Verfehlung der Klimaziele des Sektors die dringendsten Treiber. Ersteres könnte nun doch zu „Hardware-Nachbesserungen“ bei Dieselfahrzeugen führen, außerdem sollen ÖPNV und Schienenverkehr gefördert werden. Bei der E-Mobility sollen bei gewerblichen Fahrzeugen Anreize durch Steuervorteile geschaffen werden.

Als weiteres Thema soll der Emissionshandel als Leitinstrument der Klimapolitik gestärkt werden. Ziel ist es, ihn zu einem globalen Instrument zu entwickeln, oder aber einem, das die G20 umfasst.

Quellen: CDU, CSU, SPD, FutureCamp

 

Der künftige EU-Klimaschutz: Impulse für Innovationen auch im Forstbereich

Der Europäische Klimaschutz nach 2020 nimmt Kontur an. Im Schatten der Reform des Emissionshandels (ETS) kam kurz vor Neujahr auch eine Neuausgestaltung des Rahmens für den Nicht-ETS-Bereich zustande. Dies betrifft rund 60% der europäischen Emissionen. Dabei wurde einerseits die künftige Lastenteilung in einer Verordnung neu geregelt (Effort Sharing Regulation: ESR).

Sie umfasst insbesondere den Haushalts-, Verkehrs- und Landwirtschaftssektor. Andererseits wurde auch der Umgang mit Effekten aus Landnutzung neu geregelt. Dieser sogenannte LULUCF-Bereich (Land Use, Land Use Change and Forestry) gewinnt dabei fundamental an Bedeutung. Künftig wird seine Senkenfunktion auch für die internationale EU-Zielerfüllung genutzt werden: Forste absorbieren etwa 10% der jährlichen Emissionen der EU.

Dieser veränderte Rahmen für europäischen Klimaschutz wird durch die erhöhten Ambitionen in Form der 2030-Ziele und das gewollte Zusammenspiel der Felder ETS, ESR und LULUCF besonders interessant. In der Forstwirtschaft werden Ansätze für nachhaltige Ressourcennutzung Impulse erfahren. Dazu dürften auch Ansätze zur Bindung von CO2 in Holzprodukten gehören.

Und im ESR-Bereich werden sicherlich weitere Ansätze zur Dekarbonisierung relevant werden. Finanzielle Unterstützung erfahren diese Innovationen auch aus dem ETS-Bereich, der den Mitgliedsstaaten Mittel in Form von Auktionserlösen bereitstellt.

Quellen: EU-Kommission, FutureCamp

 

EU begrüßt Start des chinesischen Emissionsmarktes

Im Dezember 2017 erfolgte der formale Startschuss für das chinesische Emissionshandelssystem, es umfasst zunächst nur den Stromsektor. Sieben weitere Sektoren sollen im Laufe der Zeit eingegliedert werden, zum Beispiel Zement, Eisen und Stahl sowie Aluminium. Das System wird zunächst stromproduzierende Anlagen mit mehr als 26.000 t CO2/Jahr umfassen. Dies sind 1.700 Unternehmen mit einer Emissionsmenge von ca. 3 Mrd. t CO2 (zum Vergleich: das EU-ETS umfasst ca. 2 Mrd. t).

Bisher handelt es sich noch um eine Testphase, bis alle Funktionalitäten verfügbar sind, zum Beispiel Monitoring, Reporting und Verifizierung (MRV). Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie, begrüßte, dass sich mit der EU und China zwei große internationale Akteure dem Emissionshandel verpflichtet haben, auch nachdem die USA sich vom Kampf gegen den Klimawandel abgewendet haben.

Seit Jahren gibt es bereits eine Kooperation zwischen der EU und China zur Etablierung des Emissionshandels. Dabei gab es unter anderem zahlreiche Besuche auch deutscher Akteure in China sowie chinesischer Delegationen in Deutschland. Der nun erfolgte Start des Emissionshandels diente auch der formalen Einhaltung des ausgegebenen politischen Ziels, nach der Etablierung von sieben regionalen Emissionshandelssystemen (zum Beispiel in Peking, Shanghai, Guangdong und Hubei) in China noch 2017 mit einem nationalen System zu starten.

Quellen: EU-Kommission, ICAP, FutureCamp

 

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