EMB Energie Mark Brandenburg GmbH

CO2-Marktentwicklung

Die Berg- und Talfahrt des EUA-Preises im Jahr 2016 hat sich zumindest auch im Dezember 2016 und im Januar 2017 fortgesetzt. Der Jahresschlusskurs von 6,57 Euro/t war auch zugleich der höchste seit April 2016. Und ist es weiterhin. Denn bereits bis Mitte Januar fiel der Kurs wieder unter 5 Euro/t. Bis Ende Februar fand dann eine Seitwärtsbewegung zwischen 4,90 und 5,50 Euro/t statt. Der EUA-Schlusskurs am 13. März 2017 lag bei 5,16 Euro/t. CER kosteten zur gleichen Zeit 0,28 Euro/t.
 
Die im Februar 2017 abgestimmte Verschärfung der Regelungen der Marktstabilisierungsreserve (siehe separaten Artikel in diesem Newsletter) dürfte dem Markt zumindest langfristig Stabilität verschaffen. Allerdings greifen die Maßnahmen erst ab 2019, so dass bis dahin nicht zwingend von steigenden Preisen ausgegangen werden kann.
 
Rückblickend auf das Jahr 2016 bleibt festzuhalten, dass Öl-, Gas- und Kohlepreise um mehr als 50% zulegten, Strom immerhin noch um über 15%, während EUA bei einem Rückgang von 8,39 auf 6,57 Euro/t über 20% nachgaben.
 
Alle im Text genannten CO2-Preisangaben beziehen sich auf Schlusskurse der Börse ICE mit Liefertermin Dezember 2017.
 
Quellen: ICE, FutureCamp
 

EU-ETS-Reform: EU-Parlament und Rat haben sich positioniert

Mitte Februar hat das EU-Parlament über seine Position zur Emissionshandels-Reform abgestimmt, am 28. Februar folgte der Europäische Rat. Der Prozess um die Revision des EU-ETS ist damit einen großen Schritt vorangekommen, denn nun ist der Weg für die Abstimmung der drei beteiligten EU-Institutionen Rat, Parlament und Kommission frei. Die wichtigsten Positionen aus Parlament und Rat sind:
 
  • Der lineare Reduktionsfaktor soll 2,2% betragen (derzeit: 1,74%), nach dem Parlament könnte er ab 2024 auf 2,4% erhöht werden.
  • Das Budget für die kostenlose Zuteilung soll laut Rat um 2, laut Parlament um bis zu 5 Prozentpunkte aufgestockt werden, um einen sektorübergreifenden Kürzungsfaktor  zu vermeiden.
  • Die Marktstabilitätsreserve (MSR) soll in den ersten Jahren deutlich mehr Zertifikate aufnehmen, um den Überschuss schneller abzubauen. Zudem plädiert das Parlament für eine pauschale Löschung von 800 Mio. Zertifikaten im Jahr 2021. Der Rat schlägt  eine Löschregel vor, durch die bis 2030 bis zu 3 Mrd. Zertifikate gelöscht werden könnten.
  • Produktionsänderungen sollen ab einer Schwelle von +/-10% (Parlament) oder +/-15% (Rat) zu einer Anpassung der Zuteilung führen.
  • Die Benchmarks sollen laut Parlament um min. 0,25 und max. 1,75% p.a. gekürzt werden, der Rat hat sich auf min. 0,2 und max. 1,5% p.a. geeinigt.
  • Mitgliedsstaaten sollen laut Parlament für Schließungen von Stromerzeugungsanlagen Zertifikate stilllegen können.
Insgesamt bedeuten beide Positionen eine Stärkung des EU-ETS. Die Folgen der zahlreichen Bestimmungen können für einzelne Sektoren und Unternehmen jedoch sehr unterschiedlich und mitunter negativ sein. Sie bedürfen nun der Analyse.
 
Quellen: EU-Parlament, Europäischer Rat, FutureCamp
 

EU-ETS: Neuberechnung des Korrekturfaktors

Die EU-Kommission musste den sektorübergreifenden Korrekturfaktor (CSCF) infolge eines EuGH-Urteils neu berechnen. Betreiber emissionshandelspflichtiger Anlagen sind gut beraten, sich damit auseinanderzusetzen.
 
Wen betrifft die Neuberechnung des CSCF? Einschlägig ist sie bei allen neuen Zuteilungsentscheidungen seit 1. März 2017. Dies kann auch erfolgreiche Klagen und Widerspruchsverfahren betreffen, dann besteht sogar das Risiko einer rückwirkenden Anpassung von Zuteilungsentscheidungen.
 
Derzeit ist nicht absehbar, ob und wie schnell sich das beschriebene Risiko zwischen Mitgliedsstaaten und EU-Kommission klären lässt. Sofern mit der beschriebenen Folge zu rechnen wäre, kann es sinnvoll sein, einen Widerspruch bzw. eine Klage ganz oder teilweise zurückzuziehen. Betroffene Betreiber sollten sich anwaltlich beraten lassen, falls die eigene Rechtsabteilung sich nicht hinreichend sicher ist. Außerdem sollten Betreiber auf Mitteilungen der DEHSt achten und im Zweifel auch dort nachfragen.
 
Quellen: EuGH, DEHSt, FutureCamp
 

EU-ETS: Anstehende Aufgaben bis April 2017

Nachdem die Ausgabe der kostenlosen EUA für 2017 bereits im Februar erfolgt ist, gilt es nun, bis 31. März die letzten Schritte zur Verifizierung des Emissionsberichts für 2016 umzusetzen. Den Abschluss dafür bilden der im Unionsregister vorzunehmende VET-Eintrag sowie dessen Bestätigung durch Ihren Prüfer. Stimmen Sie sich hierzu mit Ihrem Prüfer ab, wer diesen vornimmt.
 
Für die Erstellung der Emissionsberichte sowie für Zuteilungsregeln für neue Marktteilnehmer und für Kapazitätsverringerungen und Betriebseinstellungen hat die DEHSt ihre Leitfäden angepasst. Genaueres dazu finden Sie hier.
 
Neben der Überprüfung, inwiefern Sie ggf. von den aktualisierten Leitfäden betroffen sind, sollten Sie rechtzeitig im Unionsregister sicherstellen, dass Sie noch über funktionstüchtige Zugänge verfügen. Dabei sollten Sie beachten, dass Sie für einige Aufgaben über zwei Zugänge im Unternehmen verfügen müssen. Dies ist z.B. zur Abgabe der EUA erforderlich, die zum 30. April erledigt sein muss. Bis dahin sollten Sie auch ggf. erforderliche Zukäufe getätigt haben. Ebenso sollten Sie prüfen, ob Ihr VPS-Zugang auf dem aktuellen Stand ist. Für Fragen zu den operativen Aufgaben im EU-ETS sowie zum Unionsregister und der VPS stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
 
Quellen: DEHSt, FutureCamp
 

Emissionserklärung 2016 bis 31. Mai 2017

Betreiber immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftiger Anlagen nach der 11. BImSchV sind alle 4 Jahre zur Abgabe einer Emissionserklärung verpflichtet. Die Emissionserklärung enthält Angaben über Art (SO2, NOx, Staub,…), Menge, räumliche und zeitliche Verteilung der Luftverunreinigungen, die von einer Anlage in einem bestimmten Zeitraum ausgegangen sind, sowie über die Austrittsbedingungen.
 
Der nächste Erklärungszeitraum ist das Jahr 2016. Abgabedeadline dafür ist der 31.05.2017.
 
Die Emissionserklärung ist in der Regel in elektronischer Form über die Webanwendung BUBE-Online (Betriebliche Umweltdaten Bericht Erstattung) abzugeben. Zuständig für die Emissionserklärungen sind jeweils die Vollzugsbehörden des jeweiligen Bundeslands, in dem sich Ihre Anlage/n befindet/befinden.
 
Bitte prüfen Sie, falls nicht bereits in die Wege geleitet, ob Sie für Ihre Anlage/n eine Emissionserklärung abgeben müssen. Gern unterstützten wir Sie gemeinsam mit unserem Kooperationspartner FutureCamp bei der Klärung der Abgabepflicht und auch bei der Erstellung der Emissionserklärung/en in der BUBE-Online-Datenbank und der Weiterleitung an die zuständige Landesbehörde.
 
Quellen: BImSchV, FutureCamp

Ihr Ansprechpartner

Ralph SeefeldTelefon:0331 7495-383E-Mail: seefeld.ra@emb-gmbh.de