EMB Energie Mark Brandenburg GmbH

CO2-Marktentwicklung

Nach Höchstständen um 8,75 Euro/t im Jahr 2015 fiel der EUA-Preis im bisherigen Jahresverlauf zeitweise unter 5,00 Euro/t. In Hinblick auf den allgemeinen Preisverfall an den Strom- und Brennstoffmärkten (dem CO2 im Jahr 2015 nicht folgte) erscheint eine Preiskorrektur am CO2-Markt im Rückblick folgerichtig. Aber die Preisentwicklung im Januar und Februar ist mehr als eine Korrektur. Dahinter stecken sicherlich viele Spekulationsgeschäfte. Hinzu kommt, dass bei vielen Marktakteuren wahrscheinlich Limits unterschritten wurden und sie verkauft haben, um Verluste zu minimieren („Stop-loss“). Auch wird darüber spekuliert, ob die großen Energieversorgungsunternehmen ihre Hedging-Strategien geändert und dabei die EUA-Nachfrage verringert haben. Ebenso darf man nicht den nach wie vor hohen EUA-Überschuss im Markt vergessen und dass gerade im Energiebereich auf lange Sicht weiterhin Emissionen verringert werden (z.B. durch Erneuerbare Energien). Analysten beginnen daran zu zweifeln, ob der bis dahin allseits prognostizierte, langfristige Preisanstieg tatsächlich eintreffen wird (siehe hierzu separaten Artikel).
 
Der Schlusskurs des EUA-Dec16-Kontrakt am 11. März 2016 lag bei 5,00 Euro/t. Entsprechende CER notierten bei 0,37 Euro/t.
 
Alle im Text genannten Preisangaben beziehen sich (sofern nicht anders angegeben) auf Schlusskurse mit Liefertermin Dezember 2016.
 
Quellen: ICE, FutureCamp 
 

CO2-Preisprognosen werden gesenkt

In Reaktion auf die zu Jahresbeginn stark gefallenen CO2-Preise haben zahlreiche Analysten ihre Preisprognosen deutlich nach unten korrigiert. Das Informationsdienstleistungsunternehmen Carbon Pulse führt einmal pro Quartal eine Umfrage unter verschiedenen Analysten durch. Im Oktober 2015 lag die durchschnittliche Preisprognose für den EUA-Preis Ende 2016 noch bei 10,15 Euro/t (bei einer Spannbreite von 8,40 – 12,70 Euro/t). Im Februar 2016 lag der Mittelwert nur noch bei 7,58 Euro/t (5,00 – 9,50 Euro/t). Die Prognosen für den Schlusskurs 2020 fielen im gleichen Zeitraum von im Durchschnitt 19,03 Euro/t (Umfrage Oktober 2015, Spannbreite: 10,22 – 29,50 Euro/t) auf 13,14 Euro/t (Februar 2016, 9,60 – 22,00 Euro/t).
 
Angesichts der Tatsache, dass in den Jahren 2017 und 2018  200 Mio. EUA mehr versteigert werden als 2016 (in den Jahren 2014-2016 wurden die Versteigerungsmengen im Zuge des Backloading um 400, 300 bzw. 200 Mio. EUA gekürzt), darf tatsächlich bezweifelt werden, ob die Preise in diesen beiden Jahren wieder ansteigen. Ab 2019 greift dann die Marktstabilitätsreserve, die tendenziell wieder zu steigenden Preisen führen sollte.
 
Zudem sinken bereits jetzt bei vielen Industrieunternehmen die Überschüsse bzw. sie beginnen, zusätzliche EUA am Markt zu beschaffen. Mit der Reform des ETS auf Basis der Vorschläge der Kommission vom Juli 2015 werden zudem viele Industrieunternehmen besser wissen, wie stark sich ihre Zuteilung ab 2021 sukzessive verknappen wird.
 
Quellen: Carbon Pulse, FutureCamp
 

MiFID II: Zunehmende Regulierung des CO2-Emissionshandels

Durch eine Reihe von Änderungen in der Marktregulierung werden (voraussichtlich mit Wirkung Januar 2018) auch Emissionszertifikate als Finanzinstrumente eingestuft und somit deren Handel für viele Unternehmen erschwert. Im Februar 2016 veröffentlichte das Umweltbundesamt dazu eine durch FutureCamp erstellte Studie.
 
Die Anpassungen und Erweiterungen der Regelungen im Bereich der Marktaufsicht durch die EU erfolgten, um den wachsenden Anforderungen an Handelsmärkte gerecht zu werden. Die bedeutendste Änderung für den EU-Emissionshandel ist dabei die Einordnung von Emissionsrechten unter den Begriff der Finanzinstrumente. Dadurch wird der Emissionshandel in Zukunft grundsätzlich den in der europäischen Finanzmarktrichtlinie (MiFID II; Markets in Financial Instruments Directive) festgelegten Regularien der Finanzmarktordnung unterfallen.
 
Neben MiFID II wurden auch die Regelungen gegen Marktmissbrauch (CRIM-MAD/MAR; Directive on Criminal Sanctions for Market Abuse/Regulation on Market Abuse) sowie Regelungen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (sogenannte 4. Anti- Geldwäsche Richtlinie) überarbeitet. Zudem wurde mit dem Erlass der Verordnung über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister (EMIR; European Market Infrastructure Regulation) ein umfangreiches Regelwerk zur Regulierung des Derivate-Markts geschaffen.
 
Die Studie können Sie hier herunterladen:
 
Quellen: Umweltbundesamt, Noerr, FutureCamp
 

Studie zu Carbon Leakage

Die Verhandlungen über die Ausgestaltung des EU-Emissionshandels ab 2021 laufen. Eine zentrale Frage dabei ist, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, um ein Abwandern industrieller Produktion in Länder außerhalb der EU zu verhindern, das sog. Carbon Leakage. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens wurden die Auswirkungen möglicher neuer Zuteilungsregeln auf Industrie, Energiewirtschaft und Emissionshandel sowie auf Gesamtwirtschaft und Staatseinnahmen untersucht. Aus den Ergebnissen wurden Vorschläge für Kriterien zur Positionierung der Bundesregierung in den europäischen Verhandlungen abgeleitet.
 
Das Projekt wurde von FutureCamp zusammen mit dem Institut für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung IER der Universität Stuttgart für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie durchgeführt.
 
Zentrales Resultat ist ein Rechentool, das die resultierenden Kostenbelastungen verschiedener politischer Optionen für alle Industriezweige ermittelt. Außerdem wurden für über 30 Anlagen Fallbeispiele ausgewertet. Die Studienergebnisse wurden Vertretern der Wirtschaft und der Bundesregierung im Februar in Berlin vorgestellt.
 
Quellen: IER, FutureCamp
 

Strompreiskompensation:

Beginn der Antragsfrist und Veröffentlichung neuer Leitfaden

Die Frist zur Beantragung von Strompreiskompensation für das Abrechnungsjahr 2015 läuft seit 1. März 2016 und endet am 31. Mai 2016. Seit dem 1. März 2016 steht auch das aktualisierte Formular Management System (FMS) auf der Website der DEHSt zur Verfügung. Für das Abrechnungsjahr 2015 beträgt der für die Beihilfeberechnung maßgebliche Preis der Emissionsberechtigungen (EUA) 6,17 Euro/t. Antragsberechtigt sind Unternehmen, für die aufgrund ihrer stromintensiven Produktionsprozesse ein erhebliches Risiko der Verlagerung von CO2-Emissionen besteht (so genanntes indirektes Carbon Leakage). Die Europäische Kommission hat in den Beihilfeleitlinien (Anhang II) festgelegt, welche Sektoren und Teilsektoren besonders gefährdet und damit beihilfeberechtigt sind.
 
Der aktualisierte Leitfaden für Antragssteller wurde pünktlich mit Beginn der Antragsfrist auf der Website der DEHSt veröffentlicht. Wesentliche Neuerungen betreffen das Thema Infrastruktur, das bei der Eingabe in FMS zukünftig differenzierter ausgewiesen werden muss. Die Anteile für beihilfefähige und nichtbeihilfefähige Infrastruktur müssen jetzt separat ausgewiesen werden, ebenso die Infrastruktur, die Produktionsstätten außerhalb der Anlagengrenzen versorgen. Der Leitfaden enthält beispielhaft eine Liste von Verbrauchern, die grundsätzlich als Infrastruktur anzusehen sind. Gegenüber früheren Versionen wurde diese ergänzt um Eigenversorgung von Heiz- oder Heizkraftwerken.
 
Ein aktualisierter Leitfaden für Wirtschaftsprüfer soll noch veröffentlicht werden.
 
Eine Informationsveranstaltung, wie in den Vorjahren, wird es diesmal nicht geben, allerdings führt die DEHSt am 16. März 2016 ein Webinar durch.
 
Quellen: DEHSt, FutureCamp
 

Redaktion
FutureCamp Climate GmbH
Annette Gruß
annette.gruss@future-camp.de

 

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FutureCamp Climate GmbH
Dominik Glock
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